Zufallsbilder - Alte und neue Kulturpflanzen
Die Natur schafft ewig neue Gestalten;
was da ist, war noch nie; was war, kommt nicht wieder –
alles ist neu und doch immer das alte.
J. W. von Goethe

Alte Kulturpflanzen

Ludwig Watschong - Arenborn (Hessen)

Elefanten-Knoblauch - Allium ampeloprasum, var. ampeloprasum

  1. Botanik und Inhaltsstoffe
  2. Allgemeine Alliumweisheiten
  3. Anbau
  4. Verwendung in der Küche
  5. Bezugsquelle

Botanik

Elefanten-Knoblauch
Elefanten-Knoblauch

Der Elefantenknoblauch ist verwandt mit dem Porree und sieht diesem auch sehr ähnlich, bildet aber wie der Knoblauch an der Stängelbasis Tochterknollen aus. Bei alten Porreesorten kann man diese Eigenschaft auch noch finden. Es werden dann bei diesen nur eine oder zwei Nebenzwiebeln ausgebildet, während es beim Elefantenknoblauch 3-5 sind.

Es sind durch unterschiedliche Selektion in der Züchtung verschiedene Laucharten entstanden. Dazu gehört der Porree, auch eine Art bei der sehr viele kleine Tochterzwiebeln ausgebildet werden (die Perlzwiebeln) und der Elefantenknoblauch.

Mit dem Knoblauch (Allium sativum) verbindet ihn nur die ähnliche Art, Zehen auszubilden. Der Name Elefant deutet auf die sehr großen Knollen hin, deren größte Exemplare bei besten Bedingungen bis zu 500g auf die Waage bringen können.

Es gibt 3 Erscheinungsformen dieser Porreeart.

Elefanten-Knoblauch Zehen
Elefanten-Knoblauch Überdauerungsbrutzwiebeln
  1. Die kleinen Brutzwiebeln (ca. 1cm dick, 3-5 Stück pro Knolle), die mit einer gelb-braunen festen Schale umgeben sind, sind Überdauerungsbrutzwiebeln, die auch mal über ein Jahr im Boden verbleiben können, ohne zu wachsen. Sie befinden sich unter der Knolle und sind nur lose mit dieser verbunden. Deshalb werden sie oft übersehen und bleiben beim Ernten in der Erde.

    Wenn diese kleinen Brutzwiebeln eine Pflanze ausbilden, bleibt sie über die Vegetationszeit im Blattstadium. Es entstehen daraus runde vollgefüllte Knollen (also vollfleischig und nicht mit Hüllen wie bei der Zwiebel - Allium cepa). Diese Knollen können 3 - 7cm dick werden.
  2. Steckt man diese Knolle wieder, entsteht daraus ein großer Fuß (Knolle), mit mehreren Zehen.
  3. Werden diese Zehen gesteckt bildet die Pflanze einen Schaft mit Blütenkugel aus.

Ein wesentliches Merkmal, welches den Elefantenknoblauch vom Porree unterscheidet, ist die Unfruchtbarkeit der Blüten. Zwar bilden sie wie dieser runde kugelige Doldenblüten in den Farben weiß und rosa, aber während die Blüten vom Porree Samen ausbilden, hat der Elefantenknoblauch diese Eigenschaft verloren.

Wenn Sie also Samen des Elefantenknoblauchs angeboten bekommen, liegt nahe, dass dies keiner sein kann. Wenn Sie Knollen kaufen und diese Knollen eine Blüte mit Samen erzeugen, sollten Sie berücksichtigen, dass auch dies nur eine alte Porreesorte sein kann. [nach oben]


Allgemeine Alliumweisheiten

Der Verlust der Fruchtbarkeit ist eine Schwäche bei allen Alliumarten. Vom Knoblauch (Allium sativum) ist keine Sorte mehr bekannt, die noch Samen ausbilden kann.

Viele Sorten haben es sogar verlernt, einen Stängel auszubilden und bleiben beim Blattwachstum (softnecktyp). Ebenso ist die Etagenzwiebel (Allium cepa var. proliferum) unfruchtbar.

Auch bei der Küchenzwiebel und dem Porree kann man es immer wieder beobachten, dass sich zwischen den Blüten Brutzwiebeln bilden. Selbst bei den Wildarten wie dem Weinberglauch (Allium vineale) findet man Exemplare, die sich nur noch vegetativ vermehren können (Klone).

Da die generative Vermehrung aber wesentlich mehr Möglichkeiten bei der Veränderung aller Eigenschaften (z.B. Krankheitstoleranz) aufweist, sollte immer auf die Erhaltung der Fruchtbarkeit geachtet werden, sofern sie noch vorhanden ist.


Anbau

Elefanten-Knoblauch Zehen
Elefanten-Knoblauch Brutzwiebeln

Gesteckt werden die Knollen des Elefantenknoblauchs wie der echte Knoblauch im Herbst oder im Frühjahr. Wenn die Zehen im Oktober in die Erde kommen, können sie noch bis zum Winter die Wurzeln ausbilden und haben so im Frühjahr einen schnellen Start in die Vegetation. Dadurch können größere Knollen erzielt werden.

Allerdings ist der Elefantenknoblauch nicht ganz so winterfest wie der echte Knoblauch und kann in einem harten Winter (Kahlfrost) erfrieren. Deshalb empfiehlt es sich immer einige Knollen im Schuppen zu überwintern. Als Lagerknolle kann sie sehr viel tiefere Temperaturen ertragen, darf dann aber im gefrorenen Zustand nicht bewegt werden, da sonst die Knollen beim Auftauen faulen.

Nach den härtesten Frösten kommen die Zehen dann im März in die Erde. Während der Vegetationszeit sollten die Knollen nicht zu lange trocken stehen, deshalb empfiehlt es sich, die Pflanzen zu mulchen.

Im Ertragen von Trocken- oder Nasszeiten ist der Elefantenknoblauch etwas härter im Nehmen als der echte Knoblauch.

Die Ernte beginnt im Juli mit den noch jungen saftigen Knollen und zieht sich über einige Wochen. [nach oben]


Verwendung in der Küche

Die Verwendung des Elefantenknoblauchs hat sich vor allem in den USA (Elephant-Garlic), in Frankreich und Asien bis in unsere Tage erhalten. In Amerika werden sogar ihr zu Ehren Festivals mit allen möglichen Arten der Verwendung (wie z.B. als Eis) veranstaltet.

Der Elefantenknoblauch hat nicht die Schärfe von echtem Knoblauch, er schmeckt wesentlich milder. Er wird deshalb auch nicht zu den Gewürzen sondern zum Gemüse gerechnet und auch als solcher zubereitet.

Man kann ihn in Scheiben geschnitten dünsten, in Aufläufen und Eintöpfen verwenden, oder separat als ganze Zehe mit etwas Salz grillen. [nach oben]


Bezugsquelle

Wer Interesse an diesen Pflanzen hat, kann sich gerne bei mir per e-mail melden. [nach oben]


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